Reinigen oder nicht reinigen?

Das ist die Frage.

Immer noch gibt es viele Kunststoffverarbeiter, die kein Reinigungsgranulat verwenden – obwohl es entscheidend dazu beitragen kann, Energie- und Materialkosten zu sparen sowie die Produktqualität zu verbessern.

Es gibt eine Menge Theorien über die Verwendung von Reinigungsgranulat und darüber ob sie kosteneffizient sind oder sich aus Kostengründen verbieten.

Können Sie es sich leisten, für ein Reinigungsgranulat zu bezahlen oder können Sie es sich leisten, das nicht zu tun?

Das erste Mal, dass man in Betracht zieht, mit Granulat zu reinigen, ist meistens der Fall, wenn Verschmutzungen zu einer immer höheren Ausschussrate führen. Der produzierte Ausschuss wird oft vernachlässigt oder als ein normaler Kostenfaktor im Herstellprozeß betrachtet. Durch den Einsatz von Reinigungsgranulat kann man die Effizienz von Kunststoffverarbeitungsmaschinen steigern und die Notwendigkeit zur Demontage und aufwändiger mechanischer Reinigung reduzieren.

Um zu wissen wie man Reinigungsgranulat am besten einsetzt, muß man verstehen, was in der Maschine vor sich geht. Es ist ratsam, sich Zeit zu nehmen, die beste Lösung herauszufinden. Die Ermittlung kann einigen Arbeitsaufwand bedeuten und anfängliche Versuche sind der Ausgangspunkt.

Die meisten Reinigungsgranulate müssen lediglich die Schnecke umströmen, um kosteneffektiv zu reinigen. Für hartnäckigere Verschmutzungen oder komplexe Anlagen ist allerdings eine längere Reinigung mit evtl. höherem Durchsatz notwendig.

Sehen wir uns folgendes Beispiel an:

Nehmen Sie eine Flasche mit 500 ml Ketchup. Die Aufgabe ist, die Flasche zu reinigen, nachdem das Ketchup aufgebraucht ist. Wenn Sie den Deckel abnehmen und die Flasche unter den Wasserhahn halten, wird es zehn Minuten dauern und Sie werden 50 Liter Wasser verbrauchen. Alternativ könnten Sie die Flasche halb mit Wasser befüllen, den Deckel aufschrauben, zehn Sekunden schütteln, das Wasser ausschütten und noch einmal mit Wasser spülen. So haben Sie ein viel schnelleres und besseres Ergebnis.

Das gleiche Prinzip gilt für die Reinigung einer Kunststoffverarbeitungsmaschine. Bewegung in der Schmelze erhöht den Druck und die Turbulenz des Reinigungsgranulates, das in der Bewegung effektiver ist, kann hartnäckige Verschmutzungen lösen.

Um die Reinigungskosten zu kalkulieren, ist es entscheidend, alle Kostenfaktoren einzubeziehen:

Zeit, Maschinenabnützung und Materialverbrauch.